Mal was anderes: Cretacea von EZPainter

Etwas hat überlebt

Ich war in der sechsten Klasse als ein Film sowohl Hollywood als auch die Kinderzimmer auf der ganzen Welt veränderte: Jurassic Park. Okay, Dinosaurier haben kleine Jungs von je her fasziniert aber mit diesem Film ging der Punk ab, Dinomanie total! Obwohl mein jüngerer Bruder mehr infiziert war und sein mageres Taschengeld für die Dinosaurier-Heftreihe opferte (ja, die mit dem leuchtenden T-Rex-Skelett als Sammel-Beigabe) habe ich auch heute noch kein Problem damit Namen wie Suchominus, Muttaburrasaurus und Coelophysis genau so leicht und flüssig auszusprechen wie Technobabbel a la Warpplasmainversionsfeld (ja ja, Nerd4Life)

Willkommen im Jurassic Park!

Willkommen im Jurassic Park!

Genau diese Begeisterung und die Sehnsucht nach der Kindheit (nicht vergessen, Männer werden nie erwachsen, sie haben nur irgendwann das Geld ihr Spielzeug selber zu kaufen) ließen mich aufhorchen als ich auf einer Gamingnews-Seite einen Meldung fand nach der es einen Kickstarter für ein Dino-Tabletop namens Cretacea geben sollte. Der besagte Kickstarter war recht simpel, für 4 Pfund erhielt man eine pdf, gegen mehr Geld ein Buch und gegossene Tokens. Da wir alle ja mehr Geld für weitaus nutzloseren Krempel ausgeben saßen die 5 Euro entsprechend locker und kurz nach Ende des Kickstarters flatterte ein Link für einen Download bei Wargamesvault ins Postfach.

Ein T-Rex will nicht gefüttert werden

Worum geht es in Cretacea? Es ist ein Spiel über Tiere, der Kampf „gut gegen böse“ oder „Weltherrschaft!“ fallen da eher weg. Bleiben die zwei Grundimperative der Natur! Nun ist ein Spiel zum Thema Reproduktion eher bedingt massentauglich, bleibt das Fressen. Das Grundszenario bei Cretacea ist die Nahrungsaufnahme. Der Raubsaurier-Spieler gewinnt wenn er die Hälfte seiner Beute erwischt und zu Kebap verarbeitet, der Sieg der Veggie-Fraktion besteht im Überleben der Spieldauer oder wenn eine bestimmte Anzahl von Zonen abgegrast wurden. Das Spiel schreibt keine bestimmten Modelle vor, die meist verwendeten Modelle stammen von Magister Militum oder aus der Spielwarenabteilung.

Jetzt wird's gemütlich... *seufz*

Jetzt wird’s gemütlich… *seufz*

Eine Spielrunde teilt sich in vier Phasen auf: Initiative, Checks, Bewegung oder Grasen sowie Kampf bzw. Brüllen. Wenn man nun fragt was das spieltechnisch Besondere an Cretacea ist so sind dies in meinen Augen die letzten drei Phasen da sie besonders behandeln dass es sich nicht um genetisch hochgerüstete Supersoldaten auf einem Eroberugszug in fernen Galaxien sondern um einfache Tiere in Ihrem täglichem Alltag handelt: In Phase 2 (Checks) prüfen beide Spieler ob Ihre Dinos alarmiert sind. Der Fleischfresser versucht Beute zu wittern (wenn er es schafft darf er sich direkt auf die nächste Beute zubewegen) und der Pflanzenfresser prüft ob er einen Jäger innerhalb von 15 Zoll um sich herum sehen kann. Sollte er nichts sehen und nicht grade neben ihm der Bär toben (z.B. der Kollege grade einen T-Rex abwehren) macht er eine zufällige Bewegung die ihn über das Feld streifen lässt. Erst wenn ein Dino alarmiert ist fallen diese Prüfungen weg und der Spieler hat jederzeit die uneingeschränkte Kontrolle über sein Tier. Das zweite Unterscheidungsmerkmal ist die Alternative zum Kampf, das Gebrüll. Brüllen erlaubt einem Dino einen Kollegen zu unterstützen (plus (+)auf Angriff) oder einen Räuber einzuschüchtern (minus (-) auf den Angriff). Jeder der sich an den epischen Moment im Kino erinnert wenn der T-Rex dem Ford Explorer vor seinem Gehege (oder für die Jüngeren, dem Indominus Rex auf der Plaza) zeigt, wer der Boss ist glaubt sofort das sich die eigenen Werte um 2 verschlechtern.

schlaues Mädchen

schlaues Mädchen *SNEAK ATTACK*

Kampf ist ein recht einfaches Zielwert-System. Man hat verschiedene Angriffe zur Wahl (Biss, Klauen, Kopfstoß, Schwanz) und sagt vorher an worauf man beim Gegner zielt (Kopf, Rumpf, Beine, Schwanz). Die Art der Attacke gibt an welche Modifikatoren verwendet werden, je nach Dino sind bestimmte Angriffe wirksamer oder es wirken bestimmte Fähigkeiten (z.B. Bonus für Kopfstöße beim Triceratops). Zielbereiche können „zerstört“ werden und schwächen entsprechende Angriffe oder machen einen Dino angreifbarer.

Die Raptoren...sie kommunizieren!

Die Raptoren…sie kommunizieren!

Alles in allem stellt Cretacea eine nette Alternative auf dem reichhaltigen Buffet der Wargames dar und jeder der gerne mal wieder den kleinen Jungen herauslassen will sollte sich das Spiel genauer ansehen. Auf Facebook und in den FAQs wird schnell auf Fragen und Kommentare eingegangen und eine Erweiterung der Menagerie ist auch bereits in Arbeit.

In diesem Sinne,

„Das Leben findet einen Weg!“

Ian Malcolm

Links:

Homepage: http://www.paintplayenjoy.co.uk/cretacea.html

PS: Ich liebe es wie sich die Bildunterschriften quasi von alleine schreiben *lol*

Über Entil Zar

Gründungsmitglied und amtierender Präsident des Vereins. Wenn er grade nicht die Weltherrschaft des Games'n Dice plant verfolgt er tapfer und fleißig sein Ziel niemals mit unbemalten Figuren zu spielen.