Maltisch: IS-3 von Warlord Games

In letzter Zeit ist es ja etwas ruhiger um mich geworden, was aber nicht heißt, dass ich dem Hobby abtrünnig geworden bin. Im Gegenteil, ich kann sogar behaupten, recht viel dieses Jahr schon geschafft zu haben. Da dies aber das Games N Dice Blog und nicht Ferros Panzerblog ist, wollte ich diesmal etwas zurückschalten, damit nicht der Eindruckt erweckt, der Verein bestünde allein aus einem verrückte Panzermaler. Nun aber haben ja einige Vereinsmitglieder einige sehr informative Artikel online gestellt und daher wird es durchaus wieder mal Zeit für einen Artikel eures PanzerFerros. Diesmal möchte ich den jüngsten Zuwachs meiner Sammlung vorstellen: den schweren, sowjetischen Kampfpanzer IS-3 von Warlord Games.

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Der fertige IS-3

1) Eine Schippe Geschichte

Der IS-3 wurde 1945 der Nachfolger des IS-2 entworfen. Er zeichnete sich durch seine, markante ungewöhnliche Wannenform aus, deren Front die Form eines umgedrehten V hatte und aus zwei miteinander verschweißten Panzerplatten bestand. Durch diese Konstruktion sollten Geschosse, welche auf die Front trafen, zu Seite abgelenkt werden und nicht nach oben gegen den Turmkranz schlagen. Dies verlieh dem Panzer seine markante Form, weswegen er bei den Soldaten auch „Shchuka“ (deutsch etwa „Spieß“) genannt wurde.

Dieses Video auf YouTube zeigt einen fahrbereiten IS-3

Neu war auch der der abgeflachte, kuppelförmige Turm, welcher bis in die 1990er das typische Erkennungsmerkmal für Russischen Panzer werden sollte. Die Form war besonders geschossabweisend und auch wenn der Turm nach außen hin zuerst kleiner und enger als der des IS-2 wirkt, war der Turm des IS-3 geräumiger als der seines Vorgängers, weswegen die Bedienung der Hauptwaffe besser und flüssiger von statten gehen konnte. Dabei handelt es sich einmal mehr um die wuchtige D25-T (Kaliber: 122mm).

Da die ersten IS-3 erst im Frühjahr 1945 vom Band liefen, kamen sie in Europa nicht mehr zum Einsatz. Einige wurden später nach Osten verlegt, um dort in der Mandschurei gegen die Kaiserliche Japanische Armee eingesetzt zu werden. Zudem nahm ein mit IS-3 ausgerüstetes Garde-Regiment im September 1945 an der Parade der Sieger in Berlin teil. Zu Beginn der 50er wurden die meisten IS-3 modernisierte und nahmen u. a. an der Niederschlagung der Aufstände in Ungarn und im 6-Tage-Krieg auf Ägyptischer Seite gegen die Israelis teil.

 

2) Bei Bolt Action

Regeln für den IS-3 erschienen von Warlord Games im Zuge ihrer Erweiterung „Ostfront“ welche, man kann es sich schon denken, die Deutsche Ostfront des 2. Weltkrieges abhandelt.  Der IS-3 ist eine neue Einheit und eine Additional Unit für den Selektor „Bargration to Berlin“, also die Kämpfe von Mitte 1944 bis Frühling 1945. Spielerisch passt der IS-3 jedoch selbst in das späteste aller Szenarien in Europa nicht wirklich rein, wie oben beschrieben. Dennoch hat Warlord Games Regeln für ihn geschrieben, um ihn in generisches Platoons einsetzen zu können. Auch wenn er aus historischer Sicht am ehesten noch gegen die Japaner im Very Very Very Late War eingesetzt werden kann, haben diese Regeln wohl eher „Weil wir es können“-Charakter. Außerdem muss man dem Sowjetspieler ja etwas  glänzendes Neues geben.

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Gigantomanie macht schon irgendwie Eindruck

 

Diesbezüglich ist der IS-3 tatsächlich ein wahres Monstrum. Er hat die gleiche Kanone wie der IS-2, die als Heavy Anti Tank Gun mit der HE Wirkung eines Heavy Howitzers feuern kann. Anders als der IS-2 braucht er aber durch den geräumigeren Turm nicht so lange zum nachladen. Als ob das nicht genug ist, ist er genau so stark gepanzert wie ein KöTi und durch den „Spieß“ sogar noch ein bisschen mehr. Dadurch haben selbst Super Heavy Anti Tank Guns (wie z. B. die Bekannte 88er der Deutschen) auf lange Reichweite Probleme, einen IS-3 zuverlässig zu beschädigen. Anderseits sind die Punktkosten enorm (wohl der teuerste Panzer im Spiel, wenn man vom Carrius Jagdtiger aus „Tank War“ absieht), so dass der IS-3 das bleibt, wozu er eigentlich gedacht wurde: eine mächtige aber punktintensive Spaßeinheit für größere Spiele.

 

3) Das Modell

Das Modell ist ein Bausatz aus Zinn und Resin. Wanne, Ketten und Turm sind aus letzerem, während Rohr, Kommandant, Schweres Maschingengewehr usw. aus Metall sind. Die Gussqualität ist weitgehend in Ordnung; hier hat Warlord Games in den Letzten Jahren dazu gelernt. Luftbläschen, Häutchen, Fehler im Guss usw. sind kaum zu finden. Lediglich die Gussäste am Turm und vorne an der Wanne nerven mal wieder, da sie extrem aufwändig entfernt werden müssen, ohne die Wanne zu beschädigen. Ein großes Manko war die linke Kette, die irgendwie leicht verzogen war, nicht so gut passte wie die rechte und dadurch etwas versetzt wirkte. Als das Modell aber grundiert und später bemalt war, viel dieses Manko zumindest mir nicht mehr auf. Es sollte aber erwähnt werden

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Take Aim, Comerade!

4) Die Bemalung

Ich verzichte an der Stelle auf eine detaillierte Schritt für Schritt Dokumentation der Bemalung. Das können andere besser. Das schwarz grundierte Fahrzeug bemalte ich zuerst mit German Dark Green von Vallejo und anschließend mit einem Mix aus dieser dieser Farbe und Falt Green, um ein helleres Grün zu erzielen. Die Kanten und erhabenen Details wurden mit Brown Violet akzentuiert. Anschließend wurden der Rumpf mit Metallfarbe an ausgewählten Stellen des Rumpfs getupft und gechippt um den den Effekt abgeplatzter Farbe zu erzeugen. Dabei konzentrierte ich mich besonders auf Kanten, die Treibstofffässer oder das Kanonenrohr. Das ist gerade bei Sowjetischen Fahrzeugen ein gutes Mittel sie gebrauchter aussehen zu lassen, da diese oft den blanken Stahl lackierten. Überhaupt sind Sowjetische Panzer sehr dankbar zu bemalen, da auch ihre realen Vorbilder eher schlicht und funktionell gehalten wurden.  Nach dem der Rumpf fertig war, wurden der Kommandant und das DshK HMG bemalt, wobei der Fahrer die typisch schwarze Panzeruniform und eine braune Kappe erhielt.

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Hurry Up! The Parade is waiting!

 

Zum Schluss wurde das Fahrzeug mit AK Wash behandelt, das dem Kontrast auflöst und dem ganzen Fahrzeug ein „organischeres“ Aussehen gab, also das es nicht wie mit Acrylfarben angemalt aussieht. Mir gefällt auch der leichte Metallglanz, den diese Washes erzeugen, da der Panzer dadurch eher wie ein Konstrukt aus Stahl aussieht (wo es zu stark glänz empfiehlt es sich mit Anti Shine nach zu arbeiten).  Nach dem das Wash trocken war, machte ich mich an die Decals. Ich wählte einen Roten Stern mit gelben Rand für die linke Turmseite, die ich noch in meinem Decal-Kasten hatte. Für die rechte Seite wollte ich hingegen eine Nummer auftragen. Da mir diese Decals aber immer kaputt gingen, malte ich die Zahl vorsichtig von Hand auf. Auch hier bieten Sowjetische Fahrzeuge wieder einen Vorteil, da ihre Zahlen in echt ebenfalls wie von Handgemalt aussahen und etwas krakeliger und geschwungener waren als bei den Deutschen oder West-Alliierten.

 

Den Abschluss  der Bemalung bildeten einmal mehr die Pigmente von Vallejo, wobei ich diesmal etwas sparsamer vorging und mich nur auf Ketten und das rohr konzentrierte. Der Panzer sollte so aussehen, als sei er durch staubiges Gelände gefahren, aber auch nicht total verschmutzt.

 

5) Fazit

Das ist nicht der beste Maler bin, ist ja hinreichend bekannt und sicher können andere es besser. Dennoch bin ich mit meinem IS-3 sehr zufrieden. Als ich das Modell zuerst sah, kam er mir etwas mickerig vor (ist halt 1:56 und nicht 1:48) aber nach der Bemalung wirkt er richtig bullig und breit; ein wenig wie eine böse, mies gelaunte Schildkröte. Auf jeden Fall ein sehr tolles Modell, da so in meiner Vitrine auf Grund der markanten Form einzigartig ist. Mal gucken, wann er zum Einsatz kommt.

Über FerroMetall

Nerd mit Drang zum Bizarren und zur Besserwisserei. Auch bekannt als "Panzer"-Ferro; Pilzesser und Pflanzenfreund. Im Hobby seit 2004.