Maltisch: Bäume für die Platte

Für die meisten Wargamer stellen Bäume und Wälder die wichtigste Gelände-Art auf einer Tabletop-Platte dar. Sie blockieren Sichtlinien, stellen unwegsames Gelände dar, zwingen Fahrzeuge und schwere Truppen andere Wege zu nehmen und sie verbergen Plänkler und andere schwach gepanzerte Einheiten. Zudem stellen Sie nicht nur das nachvollziehbarste sondern auch das am einfachstes umsetzbare Terrain dar.

Bei uns im Club und sicher auch bei vielen von Euch finden Bäume aus dem Modelleisenbahn-Zubehör Verwendung. Der Markt ist groß, preiswerte und robuste Varianten sind von vielen verschiedenen Herstellern erhältlich und für die meisten Zwecke reichen schon einige Wenige aus.

In den meisten Spielsystemen kommt es weniger auf den einzelnen Baum an, es werden Zonen als Wald deklariert, vier, fünf Bäume drauf und gut ist’s. Hier ist es in der Regel auch kein Problem wenn die mächtige Eiche grade mal etwas größer als der Barbar ist der durchs Unterholz schleicht. Für meine Bolt Action Platte mit ihren vielen 4ground Gebäuden (und sicher auch für meine Sci-Fi City) wollte ich ein paar größere, etwas natürlicher aussehende Bäume haben die weniger Zonen beschreiben sondern eher einzeln dekorativ sein sollen oder Deckung für ein einzelnes Modell bieten.
In einem lokalen Modellbahn-Geschäft fand ich einen preisgünstigen Bausatz der Firma HEKI, der mir für diesen Zweck ideal erschien.
Es handelt sich um das Set: Bäume im Bausatz 10 Stück, 18 cm Artikelnummer 1971 H0/TT

Preis: ca. 12 Euro

Preis: ca. 12 Euro

Enthalten sind 10 identische Baumrohlinge mit Steckfuß und ein Beutel Belaubungsmaterial.Baum_1

Die Bäume müssen per Hand in die gewünschte Form gebogen werden. Der Kunststoff bleibt in dieser Form. Dabei ist nur zu beachten das bei übermäßigen Biegen weiße Stellen auftreten können und auch kleine Äste brechen können. Wirklich jeden Ast in eine dritte dimension zu bringen ist leider sehr mühselig und nicht immer wirklich zu erreichen. Auch ist eher negativ das alle Äste nur an zwei Seiten des Stammes hervortreten. Daher sind an jedem Baum später Äste die direkt vom Stamm 90 Grad abbiegen. Baum_2

Als Basis für die Bäume verwendete ich recht große Karosseriescheiben aus dem Baumarkt. Ihr Gewicht ist ausreichend um dem Baum Stabilität zu verleihen. Außerdem ermöglichen Sie mir eine magnetbasierte Aufbewahrung der Bäume falls gewünscht. Anschließend wurde Strukturpaste aufgetragen und diese grundiert, bemalt und gebürstet.

Baum_3 Links: Die Löscher in den Karosseriescheiben werden zum Glück komplett vom Stamm verdeckt. Sonst muss man sich mit einem Stück Pappe behelfen. Mitte: Die fertigen Bäume sind kleiner als die Bausätze und kosten etwa 4 Euro je Stück

Links: Die Löcher in den Karosseriescheiben werden zum Glück komplett vom Stamm verdeckt. Sonst muss man sich mit einem Stück Pappe behelfen. Mitte: Die fertigen Bäume sind kleiner als die Bausätze und kosten etwa 4 Euro je Stück

Vor dem Auftragen der Klebers habe ich die nackten Bäume mit einem Braunton grundiert. Wer will kann weitere Arbeit investieren, aber für meine Anspruche reichte dies.

Baum_4

Rechts: Beim rechten Baum erkennt man auf 2/3 des Stammes am Astansatz noch den Sprühkleber, die anderen sind mit Leim belaubt

Um die Farbe des Laubs nicht ganz so eintönig erscheinen zu lassen mischte ich eine separat gekaufte Tüte Belaubungsmaterial in einem etwas helleren Grünton hinzu. Das Belauben selber stellte sich als etwas aufwändiger und dreckiger heraus. Ich empfehle ausdrücklich es in einem Hobbykeller oder auf der Terasse/Balkon zu machen.
Als erstes wollte ich das Material mittels UHU-Sprühkleber an den Ästen befestigen. Dies stellte sich als nicht zufriedenstellen heraus. Die Haftkraft ist eher gering und das Spray hinterläßt einen gräulichen Schleier. Daher habe ich bei allen weiteren Bäumen mit einem alten Pinsel leicht verdünnten Leim aufgetragen und dann das Streu aufgebracht. Beim Streu empfehle ich darauf zu achten dies nicht in zu kleine Flocken zu zerteilen, die Bäume sehen sonst wie bei mir leicht nach gerupften Hühnern aus *g*

Im Grunde bin ich mit den Bäumen recht zufrieden. Sie wirken in einem passenden Verhältnis zu 28mm Figuren (vor allem im Vergleich mit „reinen“ H0-Bäumen), wenn sie in Gruppen stehen sehen Sie auch nicht so nackt aus (…ist halt Frühjahr). Sollten weitere Bäume zum selber belauben dazukommen habe ich nun etwas mehr Praxis.

In diesem Sinne,

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.

Alexey Andreyevich Arakcheyev
russischer General und Staatsmann (1769 – 1834)

Über Entil Zar

Gründungsmitglied und amtierender Präsident des Vereins. Wenn er grade nicht die Weltherrschaft des Games'n Dice plant verfolgt er tapfer und fleißig sein Ziel niemals mit unbemalten Figuren zu spielen.