DIY: Postapokalyptisches Gelände (für Eden)

Nach meinem letzten DIY-Tutorial für eine postapokalyptische 60x60cm-Platte vornehmlich für Eden folgt heute das ein oder andere Geländeteil, größtenteils im Eigenbau.

DSC01320-20151002Die Grundlage bildete die „technische“ Abteilung meiner Geländebaukiste. Wann immer ich ein PC-Teil ausrangiere, Plastikteile vom neuen Küchenanschluss übrig bleiben, kaputte Modellflieger entsorge oder einfach interessante Styrodur- oder Korkabschnitte als Rest abfallen, wandern diese Dinge in eben genau diese Kiste. Mein bisher stets bestätigtes Motto: Irgendwann findet sich immer für Alles eine Verwendung. Die Basis der meisten meiner Geländestücke bilden Ausschnitte aus dünnen Hartpappen, wie sie zum Beispiel für Elektronikverpackungen verwendet werden. Aufgrund des Hochglanzbedrucks kann man diese bedenkenlos mit Abtönfarbe grundieren. Weiterhin verwende ich auch ganz gerne ausgediente CDs oder Plasticardreste. Eigentlich kann man alles nehmen, was nicht zu dick ist, damit es keine unschöne Stufe auf den Spieltischen gibt.

DSC01285-20150917Ich werde zunächst mal meine Basteleien erläutern und anschließend zur Bemalung übergehen. Fangen wir dabei mit etwas ganz simplem an. Im Modellbauhandel habe ich vor längerer Zeit eine Packung Planen mit Reifen erstanden. Eigentlich war die vom Hersteller beabsichtigte Verwendung die Darstellung von landwirtschaftlichen Planenabdeckungen, die mit den Reifen beschwert werden. Die Planen entsorgte ich jedoch und verwende seit dem die unzähligen Reifen auf Bases und in Geländestücken. Von der Größe her passen diese nämlich ganz gut zum 28-32mm Maßstab. Für diese kleine endzeitliche Barrikade habe ich einfach ein  nierenförmiges Stück Hartpappe ausgeschnitten und grundiert und dann anschließend die Reifen mit Sekundenkleber übereinander geschichtet.

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Das nächste Teil, ein paar ausgegrabene Überbleibsel eines präapokalyptischen Bauprojekts wurde nur aus Resten gefertigt. Die Base wurde wie gehabt aus Karton hergestellt, darauf leimte ich die Rolle einer verbrauchten Nylonschnur und ein paar Holzleistenreststückchen in verschiedenen Längen mittels Holzleims. Die Rolle stellt von ihrer Größe her eine gigantische Kabeltrommel dar, die Leisten große Rohbaubalken. Als Detail klebte ich noch mit Sekundenkleber einen Widerstand eines alten PC-Teils auf. Dieser kann von der Größe her einen Plastikeimer oder ein kleines Fass darstellen.

 

 

DSC01281-20150917Einen Brunnen kann man immer gebrauchen. Zumidest Konvoi-Spieler für eine ihrer Missionen. Tatsächlich ist das hier eher ein Wasserkühlaggregat als ein Brunnen geworden. Aber als Szenarioziel oder solide Deckung taugt es allemal. Den Luftkühlkörper aus Kupfer nebst heatpipe bastelte ich in ein Stück PVC-Abflussrohr, so dass der Kühlkörper im Inneren liegt und das Röhrchen nach außen führt. Zum Abschluss diente ein Stückchen Styrodur, dass von der Struktur sehr gut Beton darstellen kann. Von unten wurde das Rohrstück mit einer passenden Scheibe Plasticard verklebt und oben drüber befestigte ich ein Stück Netz, dass mir gerade in die Finger kam. Fertig ist das Geländestück.

 

 

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Das nächste Teil entstand ganz ähnlich. Eine technische Einrichtung, in diesem Fall eine Satellitenanlage, war zügig aus dem Haareinsaugschutzsieb eines alten Föns, Styrodur und Holzrührstäbchen zusammengeschraubt und geleimt. Als Basis dient ein Teil einer alten Kartuschenpresse. Damit das Ganze nicht so alleine in der Gegend herumsteht, wird es über einen Styrodurblock als Betonsockel und eine Kabelleitung aus einem Stück Buskabel, das „in der Erde verschwindet“, in die Umgebung eingefügt. Die Satellitenschüssel ist sogar abnehm- und drehbar, weil sie nur auf einem verleimten Stück Büroklammer steckt.

 

 

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Das letzte Geländeteil besteht aus den Teilen aus dem Waffenhändlerset von Pardulon. Zu den Waffenauslagen, die ich barrikadenförmig auf eine Hartpappe-Base geklebt habe, gesellten sich noch ein paar Modellbau-Bits wie 1/72-Raketenträger. So etwas eignet sich immer ganz gut. Schließlich ist in unserer postapokalyptischen Welt kaum noch ein Fluggerät in Dienst und somit viele Waffen übrig und der Improvisation ausgesetzt. Die eigentliche Hütte habe ich einfach aus den verschiedenen Wand-, Decken  und Verbindungsteilen der Pardulon-Schachtel zusammengesetzt.

Bei der Bemalung der Teile habe ich auschließlich auf meine normale Acrylfarbpalette vom Maltisch zurückgegriffen. Für die Bases habe ich den Sandton der Abtönfarbe auf der Spielplatte ganz gut mit Vallejo-Farben aufgreifen können.

DSC01546-20151028Beginnen wir mit einem Geländeteil, dass das Gelände der Spieloberfläche genau aufgreift, die im ersten Teil bereits erwähnten Alien- oder Mutantenkokons. Geheimnisvoll, wie die Kokons selbst, ist der Umstand, warum ich kein Foto des unbemalten Geländestückes gemacht habe. Der ein oder andere wird sich aber vielleicht – gerade jetzt zur Weihnachtszeit – noch erinnern, wie Walnüsse aussehen. Eben diese, oder vielmehr die Schalen von diesen habe ich mittels Sekundenkleber auf eine Pappbase geklebt. Bei der Bemalung hab ich mich an das Farbschema von den Bruchstücken auf der Platte gehalten: Außen weiß grundiert und anschließend mehrfach violett gewasht und innen Grün- und Türkistöne gemischt. Damit die Innenseite organisch erscheint, habe ich die türkisen Flächen mit Glanzlack und im Kontrast die übrigen Teile mit Mattlack gefinished.

DSC01550-20151030Beim Reifenstapel habe ich ansonsten die Reifen selbst mit brauner Wash und Sandfarbe gealtert und noch ein Schild von Ätztech an zwei Stücke Büroklammer geklebt und als Farbtupfer hinzugefügt.

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Die große Kabeltrommel malte ich zunächst grau und dann in abgestuften rostigen Brauntönen an, bevor ich mit Gunmetal trockenbürstete. Das Holz bekam einen dunklen Holzton mit Wash und Trockenbürsten, der Widerstand als Kontrast einen Pinkton. Wann immer ich im Kontext der gefallenen zukünftigen Welt an Plastik denke, muss ich an die niemals zerfallenden und verbleichenden, hässlichen Neontöne unserer heutigen Welt denken. Neben der Kabeltrommel sieht man noch auf der Spielplatte ein Ätztech-Warnschild, dass erst nach dem letzten Teil eintraf und (für Eden) spieltechnisch sinnvoll den Mittelpunkt der Spielfläche markiert.

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Das Kühlaggregat bekam ebenfalls Kupfer- und Grautöne ab. Hier allerdings mit dem Schwerpunkt auf dem metallenen Kupfer. In das Aggregat sprühte ich blaue Farbe auf den Boden und gab anschließend eine dünne Schicht Still Water von Vallejo darauf, um eine Art Restfüllstand darzustellen. Anschließend brachte ich ordentlich Grünspan (Modelmates-Effekte) auf. Auf dem Foto wirkt das immer etwas quietischig, aber in normaler Betrachtungsentfernung wirkt das ganz stimmig. Und ja, an den kleinen Schildchen habe ich wirklich Gefallen gefunden. Durch die Beschriftung wird das Gelände in den richtigen Maßstab gerückt und der Detailgrad erhöht meines Empfindens nach den optischen Wert auch simpelster Geländeteile.

Die Satellitenschüssel samt Basis wurde schwarz-metallisch bemalt und bekam noch einen Empfänger aufgesetzt. Die Kabel wurden farblich etwas hervorgehoben und der Beton grau bemalt.

An der Wellblechhütte setzte ich die einzelnen Flicken des Daches und der Wände mit verschiedenen Metall-, Grau- und Brauntönen voneinander ab und nutze dann noch ausgiebig die Modelmates-Effekte und den Trockenbürstpinsel, bis alles schön alt aussah. Die Waffenauslagen bemalte ich in militärischem Grün und Schwarz, die Fässer in Orange- und Rottönen, wobei ich wieder kräftig washte und trockenbürstete, damit sie nicht fabrikneu aussehen.

 

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Damit hätten wir eine ausreichende Menge an Geländeteilen für eine 60cmx60cm-Platte fertig. Das ganze ging eigentlich recht zügig, vor allem weil ich alle benötigten (oder besser verwendeten) Teile zuhause hatte. Vielleicht konnte ich ein paar Anregungen schaffen und den einen oder anderen daran erinnern, was er noch so herumliegen hat und was man damit anfangen kann.

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Über hel

... schreibt gerne ausschweifend über dieses und jenes. Besonders interessieren ihn gerade Freebooter's Fate, Bolt Action und Godslayer sowie generell alles was mit Bemalen und Basteln zu tun hat.