DIY: Postapokalyptische Spielplatte (für Eden)

Mittlerweile gibt es das ein oder andere Spielsystem in postapokalyptischen Endzeit-Setting und mindestens eines davon – Eden – wird auch bei uns zuhause und im GnD gezockt. Da Eden sich auf 60 x 60 cm Spielfläche beschränkt, ist eine Platte schnell gebastelt. Wie ich das für meine eigene Platte zuhause bewerkstelligt habe, will ich heute einmal bildreich erläutern. In einem zweiten Teil werde dann demnächst noch auf ein paar Anregungen zum postapokalyptischen Geländebau eingehen.

Meine Vorstellung der Zeit „danach“, also nach der Menschen-vertilgenden Apokalypse ist wie bei dem einen oder anderen auch stark von den Mad Max – Filmen geprägt. Von daher sind meine Eden-Minis sandig gebased und auch unsere Eden-Clubspielplatte zeigt eine sandige Oberfläche.

DSC01316-20151002Um das auf meiner heimischen Platte genauso zu handhaben, wählte ich als Basis zunächst eine 20mm starke 120x60cm Styrodurplatte aus dem heimischen Baustoffhandel, die ich mit dem heimischen Küchenmesser um die Hälfte einkürzte. Darauf verteilte ich reichlich Fertigputz, den ich noch herumstehen hatte. Ebenso hätte ich hier Acrylspachtelmasse aus dem Künstlerbedarf oder selbst angerührten Feingips nehmen können. Mit allen Möglichkeiten machte ich bei vergangenen Projekten schon gute Erfahrungen. Dieser Schritt dient zum Einen dazu, die oft poröse oder sogar im Waffelmuster strukturierte Oberfläche des Dämmstoffes natürlich aussehen zu lassen und zum anderen als Klebmasse für den Sand, der anschließend aufgestreut wird.

Bei dem von mir verwendeten Streumaterial handelt es sich um eine Mischung aus grobem und feinem Sand mit ein paar Steinchen und Muschelbruchstücken, um eine möglichst chaotische und unregelmäßige Oberfläche zu schaffen. Schließlich bilden wir hier nicht die Sahara oder die Beachbar, sondern die Überreste der Zivilisation nach der Meteor-/Nuklear-/Umwelt- oder sonst einer Katastrophe nach.

Einen Teil der Oberfläche gestaltete ich in der Form einer Fahr- oder Wanderspur, wo vielleicht ein Konvoi durch die Einöde gezogen ist. Dort trug ich auch etwas weniger Sand auf, um die Abgrenzung zu verdeutlichen. Und damit befinden wir uns auch schon in den Details: Zugegeben, ich hatte schon ein paar lose Vorstellungen von den Geländestücken, die ich bauen würde, und so baute ich ein paar Teile schon in die Oberfläche der Platte ein.

DSC01321-20151002DSC01317-20151002Zunächst ließ ich den Konvoi einen Schlenker machen. Was könnte der Grund dafür sein? Vielleicht ein unangenehmes Hindernis? Ich entschied mich für ein paar Bruchstücke von Walnussschalen, die die im Sand verschwindenden Überreste von Alieneiern oder Kokonstücke mutierter Tiere sein könnten. Jedenfalls irgendwas, um das man lieber herum geht.

Weiterhin drückte ich noch ein paar Teile von einer alten Computerplatine und Bruchstücke von alten, mittlerweile in der Kramkiste ligenden, Modellflugzeugen sowie ein paar Metallfedern und PC-Schrauben in die noch feuchte Spachtelmasse. Halt alles Mögliche, was irgendwie nach Schrott und Zivilisationsdebris aussieht.

Nach einer Nacht Trocknungszeit und wiederholten Abklopfen der Platte über dem Mülleimer, konnte der nächste Schritt – Farbe – folgen:

DSC01327-20151003Für die Grundierung nahm ich Abtönfarbe in einem Ockerton, die ich mit etwas Weiß und Schwarz etwas weniger strahlend, also irgendwie „schmutziger“ abmischte. Die sandige Oberfläche und auch die Spachtelmasse ziehen viel Flüssigkeit, daher die Farben hier ruhig etwas nasser anrühren. Wenn man Acrylmasse nimmt, die eine abgeschlossene Oberfläche bildet, braucht man etwas weniger Wasser. Die ganze Platte durfte nun wieder eine Nacht trocknen.

 

 

DSC01331-20151004Für die Schatten und Tiefe rührte ich am nächsten Tag schwarze Abtönfarbe mit einem Klecks Weiß und ganz viel Wasser an. Also etwa 6 Teile schwarze Farbe, 1 Teil weiße Farbe und 30 Teile Wasser. Damit washte ich die gesamte Platte bis auf die „Straße“ und tupfte anschließend alles in einem unregelmäßigen Muster mit einem Küchentuch unregelmäßig wieder ab. Dabei bekam die „Straße“ auch etwas ab, jedoch deutlich weniger als der Rest.

 

 

 

 

 

 

 

DSC01332-20151005Nach einer weiteren Nacht Trocknungszeit erfolgte der letzte Schritt für die Oberfläche: Trockenbürsten.

Dazu nahm ich ein wenig Ockerfarbe, viel Weiß und ein wenig Schwarz und bürstete dann nach bekannter Art die gesamte Oberfläche der Platte.

Nach dem Trockenbürsten wartete ich nur einen Kaffee lang und machte dann sofort mit den Details weiter. Schließlich hatte ich ja ein paar Kleinigkeiten im Sand versteckt, die jetzt wieder heraus gearbeitet werden wollten. Dazu nahm ich ganz normale Acrylfarben von Vallejo, Armypainter und Co., wie ich sie auch für meine Minis verwende:

 

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Die Alien/Mutanten -Überreste wurden „innen“ grün und „außen“ blass lila. Ein Farbmuster, das sich auch in meiner Eden-Jokergang wiederfindet. Die Modellbauteile wie Raketenrohre und einen Hubschrauberheckrotor bemalte ich in gedeckten Rost- und Tarn-Farben. Die Transistoren und Widerstände sollten irgendwelche unverrottbaren Plastikteile darstellen und bekamen blasse Kontrastfarben.

 

 

 

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Die fertige Platte wird nun noch einmal mit Mattlack überzogen, was auf den Bildern noch nicht der Fall ist. Sie sieht nun ganz passabel aus und ist im Prinzip bespielbar. Fehlen nur die Geländeteile. Mit Mutantenkokons, Waffenteilen und Schrott im Hinterkopf werde ich mich nun an die Konzeption begeben und Euch das Ergebnis im nächsten Artikel präsentieren.

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Bis dahin: Fröhliches Heimwerken!

Über hel

... schreibt gerne ausschweifend über dieses und jenes. Besonders interessieren ihn gerade Freebooter's Fate, Bolt Action und Godslayer sowie generell alles was mit Bemalen und Basteln zu tun hat.