Review: M5A1 Stuart von Rubicon Models

Das gute an Messen ist ja, dass man oft die Hersteller eines Produktes persönlich antreffen und mit ihnen reden kann. Das gilt auch für die SPIEL 2015, wo ich am Stand von Fantasy Warehouse auch die Leute von Rubicon getroffen habe. Die drei aus Hongkong (ich wusste gar ned, dass Rubicon aus China kommt xD) waren mit ihrer etwas aufdringlichen aber netten Art auf jeden Fall sympathisch und es war interessant, die diversen Neuheiten und Projekte mal in natura zu sehen. Die Tank Destroyer, welche man in bemalter Variante bestaunen konnte, machen bereits einen ordentlichen Eindruck (ein M36 Jackson fehlt mir eh noch in meiner Sammlung) und auch die Prototypen wie der Hetzer, der US Truck und die neuen HANOMAG-Varianten lassen für 2016 hoffen.

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Das Cover der Box

Natürlich habe ich den Stand nicht verlassen, ohne mir eine der Neuheiten zu schnappen. Dabei handelt es sich um den M5A1 Stuart; einem leichten Panzer der Alliierten, der neben dem Opel Blitz und dem M8 Scott (dies ist ein Stuart mit einer Haubitze im Turm) neu herauskam. Zudem ist es die ideale Möglichkeit für Panzer-Ferro, zu diesem zuletzt etwas eingeschlafenen Blog zurückzukehren. Bevor wir uns aber an das Review setzen, erst mal eine Schippe Geschichte.

 

1) Hintergrund

 

Der M5 Stuart wurde 1941 als Nachfolger des M2 entworfen und sollte als schneller, leichter Panzer neben den mittleren Panzern M3 Lee und M4 Sherman dienen. Bewaffnet war er mit einer 37mm Kanone samt koaxialem Maschinengewehr sowie einem weiteren Maschinengewehr im Bug. Bereits früh stellte sich auf dem europäischen Kriegsschauplatz heraus, dass der Stuart auf Grund der schwachen Kanone nicht mit den mittleren Deutschen Modellen mithalten konnte. Zudem war seine Panzerung recht dünn, so dass er leicht zerstört werden konnte.

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Der Bausatz ist sehr übersichtlich und besteht aus zwei Gussrahmen, der Anleitung und einem Decal Sheet mit Decals für die USA, Großbritannien und sogar die Armeen des Freien Frankreich

 

Dennoch wurde der Stuart bis Kriegsende eingesetzt. In Westeuropa (sowie an der Ostfront, wo er von den Sowjets im Rahmen des Lend & Lease Acts eingesetzt wurde) diente er jedoch primär als  gepanzertes Aufklärungsfahrzeug und nahm nur selten an direkten Kämpfen teil, auch wenn er natürlich dennoch von der Infanterie als Unterstützungsfahrzeug gegen MG-Nester, feindliche Unterstände etc. gerne gesehen wurde. Im Pazifik war den Japanischen Panzern ebenbürtig und wurde hier daher noch häufiger eingesetzt. Als Aufklärer war er mit einer Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h absolut zu gebrauchen.

 

2) Der Bausatz

 

Gemäß der Design-Philosophie von Rubicon präsentiert sich der Bausatz des Stuarts gewohnt simpel. Zwei Gussrahmen, eine Bauanleitung und ein Decal-Set sind alles in der Box aber absolut ausreichend, um einen Stuart zu bauen. Rubicon hat sogar mehrere Varianten reingepackt, die sich vor allem anhand einzelner Panzerplatten entscheiden. So lassen sich aus dem Gussrahmen die Mittlere Produktion sowie die späte Produktion des Stuarts bauen. Dazu kommt optional auch der sogenannte Stuart Recce. Diese Variante wurde von den Briten entwickelt und ersetzte den Turm durch einen Ring mit drei schwere MGs vom Typ M2 Browning sowei einem M1919 Browing. Dadurch war das Fahrzeug nach oben hin zwar offen, ließ sich aber besser in seiner neuen Rolle aus Aufklärer verwenden.

 

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Der fertige Turm. Es lassen sich mehrere Varianten bauen, wobei ich die Späte Ausführung mit Ablativpanzerung am Turm wählte.

 

Der Zusammenbau geht diesmal überraschend leicht von der Hand. Wer sich an meine früheren Reviews von Rubicon erinnert, wird sicher noch wissen, dass ich damals die Passgenauigkeit mancher Teile deutlich kritisiert habe. Dies schien wohl bei manchen der Deutschen Fahrzeugmodelle ein Problem gewesen zu sein, doch beim Stuart gab es solche Probleme fast gar nicht. Daher ging der Zusammenbau recht schnell von der Hand und hat mit Unterbrechungen ca. 1,5 Stunden gedauert. Auf genaue Bauschritte werde ich jedoch verzichten, da es dafür ja die Anleitung gibt.

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Die untere Wanne ist ebenfalls schnell zusammen gebaut. Es müssen im Grunde nur die Antriebsräder angeklebt werden und die Ketten anschließend an die Wanne.

 

Der Stuart soll vor allem bei meinen LW-Amerikanern in Bolt Action eingesetzt werden. Daher wählte ich die späte Variante des Stuarts mit der Abstandspanzerung am Turm und dem nach hinten gestreckten Auspuffrohr. Zudem montierte ich einen sog. Culln-Hedgerow Cutter an das Fahrzeug, der dem Bausatz ebenfalls beiliegt. Dabei handelt es sich um eine Art Pflug/Rammbock, der während der Normandie-Kampagne an einzelnen, alliierten Fahrzeugen  befestigt wurde, um Lücken in die tückischen Bocagen-Hecken des Hinterlandes zu graben.

 

3) Fazit

 

Der Bausatz beweist ganz gut, welchen Schritt Rubicon in den letzten Monaten gemacht hat. Die Bausätze werden detaillierter, optionaler und auch mit der Passgenauigkeit geht es immer weiter bergauf (auch wenn diese bei den alliierten Fahrzeugen eigentlich schon immer gut war. Zumindest habe ich es so gehört, denn der Stuart ist mein erster alliierter Panzer dieses Herstellers). Man kriegt solides Modell aus Hard Plastik zu einem akzeptablen Preis, den ich dennoch etwas zu hoch halte. Hierbei muss man jedoch fairerweise sagen, dass hier sicher auch Pfundkurst, Vertriebskosten etc. eine Rolle spielen und der Preis sich noch in der Waage hält, zu mal es in dem Maßstab bisher keine Alternative aus Plastik gibt.

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Jetzt noch ein paar Details an die obere Wanne und schon ist unser Stuart fertig.

 

Ansonsten gibt es wenig zu bemängeln. Zum Design kann man eh nicht viel sagen, da es historisch vorgegeben ist und für ein TableTop Modell ausreichend realitätsnah nachgebildet wurde Nach wie vor sind die Schwachstelle die etwas detail armen Ketten und mancher Turnierspieler wird vielleicht bemängeln, dass die Option auf den Flammpanzer Satan fehlt. Dennoch hat mich das Modell überzeugt und ich kann es jedem bedenkenlos weiter empfehlen, für den Stil mehr ausmacht als pure Effizienz und der einen in der in der Populärkultur unbekannteren aber dennoch häufigen Panzer in seine Sammlung aufnehmen will.

 

Über FerroMetall

Nerd mit Drang zum Bizarren und zur Besserwisserei. Auch bekannt als "Panzer"-Ferro; Pilzesser und Pflanzenfreund. Im Hobby seit 2004.