Airbrush Teil 1 – Die Pistole

Moin moin,

NACKTE BRÜSTE!

Da ich nun eure Aufmerksamkeit und die Intellektuellen verschreckt habe: Die Sommerpause ist vorbei und wir tragen wieder Hosen im Tal.

Bei einem kurzen WhatsApp Brainstorming (El Presidente das Brain, wir der Storm) haben wir festgestellt, dass noch ein Artikel bezüglich Airbrushen samt Technik und Gedöns fehlt. Also habe ich mich bereit erklärt (unter Protest, gefolgt von Schlägen und tränenreichem Gewimmer mich nicht aus dem Club zu schmeißen) das zu übernehmen.

Kurz und bündig werde ich in drei Teilen zuerst die Pistole, dann den Kompressor und darauf ein paar Techniken vorstellen.

Ich übernehme keine Verantwortung solltet ihr danach Unmengen an Euronen in eine Ausrüstung gesteckt haben nur um festzustellen: Ich habe zwei linke Hände, fünf Daumen, bin auf einem Auge blind und habe seit ´Nam einen Granatsplitter in der rechten Hirnhälfte.

Wen ich bis jetzt noch nicht verloren habe, der möge sich ein Käffchen machen und meinen Ausführungen lauschen, bzw. lesen.

Die Pistole

-oder wie ich sie nenne: der Farbbeschleuniger!-

Airbrush komplett

Diese hier von H&S (Harder und Steenbeck) nutze ich persönlich. Da aber das physikalische Prinzip bei nahezu allen Airbrush Pistolen das gleiche ist, kann alles, was ich folgend anspreche, auf andere Hersteller projiziert werden.

Um es kurz anzureißen: Farbe wird in einem Behältnis der Pistole eingegeben und mittels eines Luftzuges der kontrolliert durch die Düse zieht in ein Aerosol verwandelt und vorne heraus gesprüht. Ja ich weiß das ist die Kindererklärung, aber mehr brauchen wir zum Anwenden nicht. Hinterlasst ein Kommi wenn ihr eine genauere Erklärung wollt oder Fragen habt.

Folgend seht ihr ein Bild der zerlegten Pistole (zur Reinigung oder Demonstration der Einzelteile):

Airbrush zerlegt

Airbrush Detail

Hier ist das erste Mal zu bemerken, dass beim Zerlegen Unterschiede zu anderen Herstellern auftreten können. Das Prinzip bleibt aber das gleiche.

Ein paar Teile nehmen wir mal genauer unter die Lupe:

Trigger

Dieses unscheinbare Teil ist eines der wichtigsten des ganzen System und verdient damit eine genauere Erklärung:

Hier macht man die Unterscheidung zwischen Single und Double Action Pistolen. Selbst für den Anfang, vergesst Single Action Pistolen. Diese belasten nur euren Kompressor und schränken euch in der Steuerung der Pistole ein, da sie einen konstanten Luftstrom aus der Pistole zulassen und über den Trigger nur noch die Farbmenge reguliert wird.

Double Action ermöglicht euch durch das Eindrücken des Triggers den Luftstrom zu öffnen und durch das zurückziehen des Triggers die Farbmenge zu regulieren. Das ist das, was ihr wollt. So könnt ihr zum Beispiel kontrolliert Flächen mittels Luftstrom trocknen oder schnell reagieren und den Strom unterbrechen falls sich Tröpfchen im Nadelschutz verfangen haben.

Nadelschutz, Führung, Düse und Nadel

Diese werden in der Regel beim Nachkaufen als Paket verkauft da sie aufeinander abgestimmt sind um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Hier kann der zerlegbare Teil je nach Hersteller variieren. Da dies auch der Teil ist, der mit dem Aerosol in Kontakt kommt, bedarf dieser eine besondere Beachtung beim Reinigen.

Die Nadel ist das Herzstück eurer Pistole und sollte immer mit größter Vorsicht behandelt werden. Eine schon mikroskopische Verbiegung der Spitze kann zur Farbansammlung an der Spitze führen, die sich irgendwann als großer Klecks auf das Modell überträgt.

Die Düse, mit der auf sie abgestimmte Nadel, entscheidet mit ihrem Durchmesser das Farbbild und die Größe der besprühten Fläche. Das werden wir noch näher im Teil drei des Blogs sehen.

Nadelführung und –halterung

Durch diese wird die Nadel von hinten durchgeschoben und fixiert. Der gesamte Block wird vom Trigger nach hinten geschoben und zieht somit die Nadel aus der Düse, so dass je nach Öffnung eine entsprechende Farbmenge dem Luftstrom zugeführt wird.

Farbmengenbegrenzer

Dieser ist nicht bei jedem Modell/Hersteller enthalten und ist eine simple Stellschraube, die den Zugweg der Nadel begrenzt. Bei gleicher Farbqualität und Verdünnung sollte man also bei gesetzter Stellschraube immer die gleiche Farbmenge im Luftstrom haben.

Das Reinigen

Wer noch nicht abgeschreckt ist, den bekomme ich jetzt auch noch dran.

Auch wenn die Airbrush viele Arbeiten leichter und schneller macht, das Reinigen zählt nicht dazu. Während ein Pinsel schnell im Wasserbecher ausgewaschen ist, sollten die Teile, die mit dem Aerosol in Kontakt kommen, nach dem Airbrushen gründlich gereinigt werden. Egal wieviel Reiniger du durch die Pistole jagst, irgendwo bleibt immer Farbe. Also nach der Arbeit kurz alle wichtigen Teile auseinandernehmen und reinigen, warmes Wasser reicht da schon wenn du nur Acrylfarben verwendest, einmal im Monat (bei häufiger Benutzung) die Pistole ganz auseinandernehmen und Reinigen sowie ein Hauch säurefreien Öls auf die Dichtungen und deine Pistole wird dir lange und treue Dienste leisten.

Zusammenfassung

„Super Sache, jetzt hast du alles erklärt und ich will meinen Monatslohn für eine Airbrushpistole ausgeben, welche nehme ich?“

Es gibt einige namhafte Hersteller wie Badger, Iwata und H&S die in jedem Preissegment etwas anbieten. Wichtig ist:

  • Egal ob Anfänger oder Vollprofi, Double Action ist der way-to-go
  • Schau ob es Ersatzteile gibt und die auch in snnvoller Zeit für dich erhältlich sind
  • Wenn du Anfänger bist, gib nicht ein Vermögen aus und sehe dich ggf. nach Gebrauchtsachen um.
  • Solltest du mit dem Airbrushen anfangen, um Cthulhus Willen, reinige deine Sachen sonst hast du schnell keinen Spaß mehr dran.

Wenn ihr noch spezielle Fragen zur Pistole habt, hinterlasst ein Kommentar, aber denkt dran: Kompressor und Techniken kommen noch, also bitte keine vorzeitige Ejaku… ehm Fragerei…

Über Zaesh

Orkspieler und relativ neues GnD-Mitglied mit fruchtbar schwachem Neues-System-Immunsystem. Kam als GW-Anhänger zum Verein und spielt mittlerweile bin kürzester Zeit schon Flames of War, Freebooter's Fate und Godslayer.