Review: Sd. Kfz. 251 mir Wurfrahmen (aka „Stuka zu Fuß“)

Mit Rubicon Models dringt seit einiger Zeit ein sehr ambitionierter Hersteller von 1:56 Fahrzeugen für den Zweiten Weltkrieg auf den Markt. Vor kurzem hat Rubicon ihre Range noch mal erweitert und einige Modelle ihrem Sortiment hinzugefügt. Neben dem bekannten Sturmgeschütz III aus Deutschland und dem Sowjetischen T-34/85 Kampfpanzer konzentrierte Rubicon sich diesmal auf Transportfahrzeuge und veröffentlichte das beliebte Sd. Kfz. 251 Ausf. D aus Plastik, womit man dem Mitbewerber (:p) Warlord Games einen Schritt voraus war. Diese hatten bisher nur die Ausführung C im Angebot, welche vor allem in den mittleren Kriegsjahren produziert wurde.  In den späteren Kriegsjahren war jedoch die in der der Produktion stark vereinfachte Ausführung D (erkennbar an der einfacher gestalteten, geraden Heckluke) häufiger anzutreffen.

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Der Bausatz ist sehr übersichtlich….

Auch wenn Warlord demnächst auch diese Variante in Plastik anbietet, war Rubicon hier etwas schneller und brachte gleich drei Bausätze auf einmal zu dieser späten Variante auf den Markt. Der erste ist der günstigste und beinhaltet das reine Hanomag als Transportpanzer. Der zweite ist etwas (wenn auch nicht gravierend) teurer und erlaubt es dem Nutzer die Kommandovariante mit 3,7cm Pak und die Pioniervariante mit Behelfsbrücken zu bauen (diese Varianten bietet Warlord Games bisher als Upgrade Kit zu ihrem Hanomag mit Metall & Resin Bits an). Die dritte Variante beinhaltet schließlich die Variante mir Wurfrahmen, die in der Literatur auch oft als „Stuka zu Fuß“, „Howling Cow“ oder „Moaning Minnie“ bekannt ist. Diese Variante gefiel mir auf Grund ihres markanten Aussehens schon immer und da ich es bis heute nicht hinbekommen habe, einen Nebelwerfer in meine Sammlung zu bekommen, besorgte ich mir das Modell, um zumindest eine Raketenartillerie in meinem Arsenal zu haben.
Der Bausatz:
Wie von Rubicon gewohnt ist der Bausatz sehr einfach und übersichtlich aufgebaut. Neben den zwei Standard-Gussrahmen, welche das eigentliche Hanomag enthalten (und wohl bei allen drei Boxen gleich sein müssten), gibt es einen dritten Gussrahmen mit den Teilen für den Wurfrahmen sowie den Raketen. Dazu gibt es ein Standard-Sheet mit Decals. Neben den allseits beliebten Balkenkreuzen in diversen Größen und Varianten befinden sich in der Box zudem Nummernschilder und sogar Rote Kreuze für die Ambulanzvariante des Hanomags (die hier aber natürlich keinen Sinn machen).

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… und verlangt keine großen Künste beim Zusammenbau

 
Insgesamt sind die Teile für ein Tabletop Modell solide gegossen und verzichten auf unnötige Kleinsteile ohne dabei jedoch große Abstriche im Detailgrad machen zu müssen. Für manchen interessant: jedem Bausatz liegen auch zwei Planen bei (halb offen und geschlossen), mit denen man den Innenraum des Fahrzeugs abdecken kann. Das ist ganz praktisch, wenn man diesen nicht extra bemalen will. Ich ließ die Planen jedoch weg, da es bei dieser Variante auf Grund des Wurfrahmens eh nicht korrekt passen und zudem komisch aussehen würde (der Abgasstrahl der Rakete müsste ja die Plane entzünden).

 

Zusammenbau:
Rubicon versprich einen schnellen und unkomplizierten Zusammenbau des Bausatzes. Dies ist jedoch eher ein Werbeversprechen und in der Realität doch schon ein bis zwei Stunden für den Zusammenbau mindestens eingeplant werden müssen. Schlussendlich ist das nicht schlimm; schließlich ist es kein Steckbausatz und die Anzahl der Teile bleibt ja überschaubar. Manche Teile wie das MG sind jedoch etwas fragil und sollten vorsichtig aus dem Gussrahmen geschnitten und weiter behandelt werden. Leider krankt das Modell an der teils mangelhaften Passgenauigkeit seiner Teile; einem Problem, welches Rubicon nach wie vor nicht ganz in den Griff bekommt und je nach Bausatz unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

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Solche Lücken müssen aber evt. gefüllt werden

 

Bei meiner „Stuka zu Fuß“ blieben z. B. große Spalte zwischen dem Rumpf und dem Chassis sowie den Seitenkästen und dem Rumpf bestehen, die nach einer Nachbehandlung mit Green Stuff verlangen. Mit diesem oder ähnlichen Mitteln ließen sich die Spalten zwar schnell schließen, der Umstand bleibt aber nach wie vor ärgerlich, da einfacher Zusammenbau anders aussieht. Die Wurfrahmen lassen sich hingegen wieder schnell zusammenbauen und passen gut. Sie sind modular und lassen sich einfach auf den Rumpf auflegen, so dass der Bausatz wahlweise als normaler Schützenpanzer oder eben als fahrender Raketenwerfer genutzt werden kann (da ich selbst schon genug Hanomags hatte, habe ich die Wurfrahmen aber fest geklebt, damit sie nicht verloren gehen).

 

Fazit:

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Im Größen Vergleich zum Hanomag von Warlord Games

Schlussendlich liefert Rubicon mal wieder einen sehr guten Bausatz ab, der sein Geld absolut wert ist. Man bekommt ein gut detailliertes Modell, dass sich in jeder Sammlung macht und auch von jedem einfach zusammengebaut werden kann, wenn man von den bereits angesprochenen Spaltmaßen absieht. Letztere sind besonders schade, da sie immer wieder bei Rubicon Modellen, zumindest bei jenen in meinem Besitz, auftauchen und den ansonst sehr guten Gesamteindruck trüben. Im Vergleich zu seinem Gegenstück von Warlord Games favorisiere ich weiterhin das Hanomag des Branchenprimus, da es noch etwas einfacher zusammen zu kleben und etwas billiger ist. Dafür wirkt das Rubicon Modell weniger klobig und macht sich gut zu „True Scale“ Figuren. Wer also die späte Variante bevorzugt, kann hier bedenkenlos zugreifen.

Über FerroMetall

Nerd mit Drang zum Bizarren und zur Besserwisserei. Auch bekannt als "Panzer"-Ferro; Pilzesser und Pflanzenfreund. Im Hobby seit 2004.