Maltisch: Valentine II von Warlord Games

Nachdem wir uns die Woche bereits ausgiebig mit diversen Bausätzen für Deutsche beschäftigt haben, möchte ich diesmal einen Blick auf ein Fahrzeug der Allierten werfen: den Infanteriepanzer Valentine, den ich kürzlich erworben und bemalt habe. Ursprünglich als Infanteriepanzer und Nachfolger des berühmten Matilda II entworfen, wurde er in größeren Stückzahlen an die verbündeten Streitkräfte der Sowjetunion geliefert, welche in als leichten Panzer als Ergänzung zu den eigenen Fahrzeugen T-60 und T-70 einsetzten. Anders als der Matilda, der ebenfalls als sog. „Lend & Lease“ Fahrzeug an die Rote Armee ausgeliefert wurde, entwickelte der Valentine eine hohe Beliebtheit bei den Genossen, die ihn später auch liebevoll „Valentina“ tauften. Genauer gesagt, war der Valentine neben dem M4 Sherman „Emcha“ mit 76mm Kanone der wohl beliebteste „Lend  & Lease“ Panzer bei den Soldaten der Roten Armee, welche ansonsten in der Regel die eigenen, vertrauteren Entwürfe bevorzugte. Das lästt sich vor allem durch seine robuste und wenig störanfällige Technik erklären, welche die Nachteile (z. B. die zu schwache Hauptwaffe) überwiegen konnten.

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Frontansicht

 

In meinen Artikel von Ende 2014  habe ich ja bereits über die Möglichkeiten von Lend & Lease Fahrzeugen gesprochen. Sie bieten, ebenso wie Beutefahrzeuge, eine hervoragende Gelegenheit, etwas Abwechslung in die eigene Armee zu bringen und Fahrzeuge anderer Nationen einzusetzen, die man sonst nicht spielt. Da der Valentine einer der häufigsten Lend & Lease Fahrzeugen war, wollte ich ihn auch in den Reihen meiner Sowjets wissen, wo er die Rolle des leichten Panzers einnehmen soll. Zuerst dachte ich zwar an ein Russisches Modell wie den T-70 oder den T-60 zu benutzen. Allerdigns waren entsprechende Modelle für mich nicht erreichbar, also  entschied ich mich für den Valentine, der fast genau so historisch stimmig ist.

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Ansicht rechts

 

Das Modell ist von Warlord Games und kam Anfang des Jahres rauß. Wie die meisten Fahrzeuge des Englischen Herstellers besteht der Valentine aus Resin, einzelne Zeile wie das Kanonenrohr sind aus Zinn gemacht. Der Zusammenbau geht sehr schnell von der Hand und erfordert keine großen Nacharbeiten. Hier merkt man wieder, dass Warlord Games auch in Sachen Resin deutliche Fortschritte gemacht hat. Waren die ersten Bausätze (z. B. der Panzer IV aus Resin) noch reine Wundertüten in Sachen Passgenauigkeit und Gusqualität, sind die neuen Bausätze gut detailliert, vernünftig gegossen und einfacher nachzubearbeiten, so dass ich mitlerweile jedem ohne ein schlechtes Gewissen die Resinbausätze der neueren Generation empfehlen kann. Es ist ein wenig wie bei Battlefront: vielleicht gibt es günstigere oder aber im letzten Detail bessere Hersteller, doch sowohl Warlord Games als auch Battlefront bieten dafür das größte Sortiment zu einer vernünftigen Qualität.

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Ansicht links

 

Der eigentliche Grund,  wieso ich neute jedoch den Valentine II porträtiere, liegt darin, dass er wohl das erste Modell ist, dass ich während eines Vereinsmalabends (fast jeden Mittwoch ab ca. 17:00 im Düsseldorfer Drachental; Besucher sind immer willkommen) nahezu fertig gemalt habe. In der Regel reicht die Zeit hier aus, die Grundfarben draufzubringen, währen Akzent, Details und Washes erst zu Hause aufbgebracht werden. Den Valentine habe ich hingegen bis auf die finalen Pigmente komplett fertig bekommen. Dies ist natürlich auch ein wenig dem historischen Hintergrund geschuldet. Russische Fahrzeuge waren im großen und ganzen sehr schlicht und einfach gehalten und das spiegelt sich auch in der Bemalung wieder. Anders als bei den Deutschen gibt es kein komplexes Tarnschema; das Fahrzeug ist im charakistischem Grün gehalten, die Kanten mir einem helleren Grün hervorgehoben. Der Rest zielte dann darauf ab, das Fahrzeug möglichst abgenutzt und staubig aussehen zu lassen. Sowjetische Fahrzeuge aus dieser Zeit sind Gebrauchsgegenstände, die eine Menge aushalten mussten, und genau das sollte sich auch im Modell wiederspiegeln, so dass ich Kanten, Kanonenrohr und andere ausgewählte Teile mit einem einfachen Metallchipping behandelt, um abgeplatzte Farbe zu generieren, während der Auspufftopf einen leichten Rostfilm bekam. Anschließend wurde das Modell gewasht, um den Effekt perfekt zu machen, und abschließend Decals aufgetragen.

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Heckansicht

 

Schlussendlich bin ich mit meiner Arbeit sehr zufrieden. Ich bin nicht der beste Male und es gibt allein im Verein wohl ein Dutzend Leute, die es besser drauf haben. Meinen Ansprüchen genügt es aber absolut und ich freue mich über ein weiteres, schönes Modell für meine Armee.

 

 

Über FerroMetall

Nerd mit Drang zum Bizarren und zur Besserwisserei. Auch bekannt als "Panzer"-Ferro; Pilzesser und Pflanzenfreund. Im Hobby seit 2004.