Sol Occidens – 1. Teil: Die Motivation an der Fiktion

Ich bin ja bekanntlich wenig bis gar nicht für fiktionale Settings zu motivieren. Mal von Star Wars oder dem Herrn der Ringe abgesehen, begeistert mich da fast nichts. Fast. Lustigerweise bin ich ausgerechnet von einem Hintergrund sehr angetan, der keinen besonders guten Ruf genießt: dem von Warhammer Fantasy.

In unserem Verein sind Systeme von Games Workshop praktisch unbespielt. Kaum einer gibt sich mit einem System des Marktführers ab und das auch durchaus zu Recht. Die Regelwerke sind bestenfalls mittelmäßig, der Hintergrund oft mit den Regeln nicht vereinbar und die Preise für die Produkte jenseits von Gut und Böse. Aber trotzdem mag ich den Hintergrund.

 

Imperiales_Siegel

Was motiviert mich nun aber so sehr an der Warhammer-Welt? Zumal man ja oft hört, dass es recht viele logische Fehler im Hintergrund gibt. Das mag sein, dazu muss ich aber sagen, dass es die in unserer eigenen Geschichtsschreibung ebenfalls gibt. Natürlich könnte ein fiktionales Setting komplett widerspruchsfrei erarbeitet werden, das macht aber wenig Sinn, denn es nimmt den sich darin bewegenden Spielern einfach zu viele Möglichkeiten. Und da wären wir auch bei meiner Hauptmotivation: der Konstruktion. Spiele ich historische Tabletops, dann rekonstruiere ich so gut es geht auf der Grundlage historischer Forschungsarbeit. Bei einem fiktionalen System kann ich das auch tun, wenn der Hintergrund entsprechend dicht ist. Im Gegensatz zum historischen System kann ich hier Lücken aber einfach mit meinen eigenen kreativen Ideen schließen und bin nicht an Wahrscheinlichkeiten gebunden. Ich konstruiere also wesentlich freier.

Nachdem wir jetzt also geklärt haben, warum ich das hier anstoße, kommen wir mal zu der Frage, was ich überhaupt mit diesem Artikel hier vorhabe. Schließlich habe ich ja ganz bewusst einen verheißungsvollen Hinweis in den Titel eingearbeitet, der vermuten lässt, dass ich noch weitere Texte zu diesem Thema verfassen will – was auch immer das Thema eigentlich ist.

Also, ich möchte im Rahmen dieser Reihe verschiedene Gedanken zum Spielsystem und zum Hintergrund Warhammer Fantasy mit euch teilen. Um die Firmenpolitik, Preise oder sonstige Aufreger geht es mir ganz bewusst nicht und diese werden daher maximal gestreift, nämlich dort, wo sie Einfluss auf meine Schwerpunkte haben. Okay, Preise sind damit also raus, Politik wohl eher drin, aber lassen wir uns einmal überraschen. Einem weiteren Hinweis im Titel kann der geneigte Leser ja bereits entnehmen, dass es hier sehr weit in die Geschichte von Warhammer Fantasy zurückgehen wird. Ferner möchte ich hier auch gravierende Änderungen im Hintergrund selbst beleuchten, die es bereits gab oder in der Zukunft geben wird.

Ich lasse euch mal mit meiner kurzen Einführung allein und werde hoffentlich in den nächsten Wochen einen Text hier veröffentlichen, der veranschaulicht, was genau hier passieren wird. Wer also aus meinen wirren Worten nicht schlau geworden ist, soll sich bitte etwas gedulden und der Sache eine Chance geben.

 

Über Sir Leon

Mehr Spieler als Maler, mehr Sammler als Fertigsteller, seit 1995 im Wargaming-Hobby, starke Tendenz zu historischen Systemen und Massenschlachten. Trotzdem ist 28mm der bevorzugte Maßstab. Großes Interesse für das 18. und 19. Jahrhundert in Nordamerika und das europäische Mittelalter. Kommt beruflich aber zu selten zum Spielen und hält sich daher mit (alt)klugen Worten im Blog oder Foren bei der (Hobby-)Stange.